Arbeitsrecht in der Corona-Krise

Infektionsverdacht bei einzelnen Mitarbeitern


Welche Maßnahmen sind bei dem Verdacht der Infektion eines Mitarbeiters geboten?


Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist von einem konkreten Verdacht nur in folgenden zwei Fällen auszugehen:

  • Grippeähnliche Symptome und Aufenthalt in einem Risikogebiet
  • Grippeähnliche Symptome und Kontakt mit einer nachweislich infizierten Person.

Es empfiehlt sich, die Mitarbeiter anzuweisen, bei Auftreten einschlägiger Krankheitssymptome (laut WHO also Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit) dem Arbeitsplatz fern zu bleiben. Aufgrund der möglichen Infektionsgefahr empfiehlt es sich, den Mitarbeiter bei Auftreten dieser Symptome anzuweisen, Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen. Hierbei sollte der Arzt nicht direkt aufgesucht, sondern vorab telefonisch konsultiert werden. Dasselbe gilt, falls Mitarbeiter Kontakt mit einer nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Person hatten. Die Mitarbeiter sollten zudem darum gebeten werden, bei einem positiven Testergebnis umgehend den Arbeitgeber zu informieren.

Zwar handelt es sich bei der Infektion bzw. dem Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus um einen meldepflichtigen Umstand im Sinne des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), den Arbeitgeber trifft jedoch keine eigenen Meldepflichten nach dem IfSG. Zuständig sind vielmehr die mit der Diagnose und Behandlung von Krankheits- und Verdachtsfällen befassten medizinischen Einrichtungen.

Inwieweit und in welchem Umfang der Beschäftigte in diesem Fall seinen Vergütungsanspruch behält, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Dabei muss der Umfang der Betroffenheit (graduelle Be­trachtungsweise, vgl. Robert Koch Institut), das Vorliegen behördlicher Maßnahmen oder eine tatsächliche Arbeitsunfähigkeit in die Abwägung mit einbezogen werden. Im Einzelfall sollte der Arbeitgeber möglichst, ggf. mit dem Betriebsrat, entsprechend der betrieblichen/individuellen Regelungen Arbeit im Homeoffice bzw. den Abbau von Zeitkonten und der Inanspruchnahme von Resturlaub auch einseitig anordnen.

Lesen Sie dazu die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen.

Zu der leider unvermeidlichen Frage,ob nun etwa auch noch der Datenschutz zu beachten ist, lesen bitte hier weiter.

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